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Esperanto en dialogo

Grammatik zu Lektion 6 / gramatiko de leciono ses


Attribute (Beifügungen) beim Subjekt und Objekt

Häufig kommen Ergänzungen im Satz in Form von Adverbien vor. Sie erläutern das Prädikat (die Satzaussage) oder den ganzen Satz näher.
Man spricht dann von Satzattributen (Beifügungen im Satz).

Beispiele:
La hundo eltrinkis la akvon rapide.
Der Hund trank das Wasser schnell aus.
Hodiaŭ matene la hundo trinkis la akvon.
Heute morgen trank der Hund das Wasser.

Im ersten Beispielsatz ist rapide ein Adverb, das eltrinkis näher erläutert.
Im zweiten Beispielsatz sind Hodiaŭ (ohne Endung) und matene (mit der Endung -e für abgeleitete Adverbien) Satzattribute.

Subjekt- und Objektattribute

Seltener gibt es aber auch Attribute, die keine freien Satzattribute darstellen, sondern Subjekt oder Objekt näher erläutern (und daher grammatisch von ihnen abhängen). Sie bestehen aus einem Adjektiv oder aus einem Substantiv, in beiden Fällen evtl. durch weitere Wörter erweitert.

Regel: Solche Subjekt- oder Objektattribute stehen in der Grundform.

Beispiele:
(das Attribut ist jeweils hervorgehoben)
1. Bezug auf das Subjekt:
Henriko venis tute elĉerpita hejmen.
Heinz kam völlig erschöpft nach Hause.

("Erschöpft" erläutert den Zustand von Heinz, nicht sein Kommen.)

Jesuo naskiĝis malriĉulo.
Jesus wurde als Armer (nicht "wie ein Armer"!) geboren.
2. Bezug auf das Objekt:
Per unu gluto la ebriulo trinkis
la botelon malplena.
Mit einem Zug trank der Betrunkene
die Flasche leer.
Mi trinkas mian kafon nigra.
Ich trinke meinen Kaffee schwarz.

(Der Kaffee ist schwarz, nicht das Trinken.)

La akuzato nomis la juĝiston
ne-eltenebla idioto.
Der Angeklagte nannte den Richter
einen unausstehlichen Idioten.

Nicht immer lässt sich einwandfrei entscheiden, ob ein Attribut das Prädikat oder Subjekt bzw. Objekt näher erläutert.
In solchen Zweifelsfällen sind sowohl die Adverb- als auch die Adjektivendung richtig.

Beispiel:
Mi trinkas gaja/gaje mian kafon.
Ich trinke fröhlich meinen Kaffee.

(Man kann hier "fröhlich" als Erläuterung zu "Ich" sehen, aber auch als Erläuterung zu "trinke".)

<6.4.3>


Gebrauch des Bindestrichs

Der Gebrauch des Bindestrichs ist im Esperanto nicht geregelt. Er hat keinerlei inhaltliche Bedeutung, sondern dient letzten Endes dazu, das Lesen zu erleichtern.
Dazu soll er die Wortstruktur bei Komposita (aus mehreren Wortstämmen zusammengesetzte Wörter) sichtbar machen, d.h. die Grenze zwischen zwei Wortstämmen anzeigen. (Der Bindestrich dient nicht dazu, Endungen abzutrennen.)

Daraus ergeben sich folgende Empfehlungen:

Ähnlich wie bei den Satzzeichen (Interpunktion) bleibt es aber dem Schreibenden überlassen, wie er den Gebrauch des Bindestrichs handhabt, um das Lesen zu erleichtern. Ein Regelwerk würde hier die Rechtschreibung unnötig erschweren.

In diesem Lehrwerk wird der Bindestrich auch zuweilen bei der ersten Verwendung neuer zusammengesetzter Wörter verwendet, um ihre Struktur zu verdeutlichen und damit ihr Verständnis zu erleichtern.

<6.7.4>


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